Kräuter, Gewürze und Heilpflanzen

Alant

Der Echte Alant (inula helenium) ist eine heimische Heilpflanze, die von Juni bis September blüht. Medizinisch verwendet wird die Wurzel. Zu ihren Inhaltsstoffen gehören Bitterstoffe und ätherische Öle. Darunter ist auch das bekannte Azulen, das entzündungshemmend wirkt und auch für die Heilwirkung der Kamille verantwortlich ist. Alant wurde im Mittelalter zur Blutreinigung eingesetzt. Schon Hildegard von Bingen schätzte diese Heilpflanze und schrieb ihr vielfältige Wirkungen zu. Da Alant sehr bitter schmeckt, wird er meistens mit anderen Heilkräutern zusammen oder auch als Räucherkraut eingesetzt.

Anis

Anis wird wegen seines hohen Gehalts an ätherischen Ölen schon lange von der Volksmedizin zur Hustenlinderung und Verdauungsförderung eingesetzt und aus diesem Grund ist es auch häufig Bestandteil von Gebäck oder Spirituosen. Auch als atemerfrischende Bonbons ist Anis erhältlich.

Arnika

Als Hausmittel ist Arnika auch heute noch Bestandteil von Cremes. Zur Hilfe bei Quetschungen, Stauchungen, Schwellungen und Geschwüren kann man einen Aufguß aus Arnikablüten herstellen.

Bärwurz

Der Bärwurz ist eine alte, fast in Vergessenheit geratene Heilpflanze für Magen und Verdauung. Das frische Kraut können Sie ähnlich wie Petersilie verwenden, und auch dann wird es verdauungsförderung und appetitanregend. Ansonsten können Sie Bärwurz auch als Tee, Abkochung oder Tinktur anwenden.
Im Bayerischen Wald ist eine ähnliche Pflanze aus der gleichen Familie als Bärwurz bekannt. Aus dieser wird der bekannte traditionelle Kräuterschnaps gebraut: Bärwurz

Baldrian

Dem Baldrian wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Er gehört zu gleichen Pflanzenfamilie wie der Feldsalat. Die frischen Blättern können wie dieser verzehrt werden. Ansonsten wird die Baldrianwurzel medizinisch eingesetzt. Bei Magenkrämpfen und Darmbeschwerden soll der Baldrian krampfstillend wirken, wobei diese Heilpflanze sowohl als Tee als auch in Kapselform verwendet wird.

Borretsch

Beim Gurkenkraut, auch Borretsch genannt, schmecken wie so oft die jungen, frischen Blätter am besten. Wie der Name schon andeutet, passt das frische Kraut am besten zu Gurkensalat. Bei den älteren Blättern stören die relativ harten Haare auf der Blattoberfläche. Sie lassen sich aber noch hervorragend Zum Kochen (beispielsweise zu Spinat) oder zum Einkochen bzw. Einlegen von Gurken verwenden.
Die blauen Blüten der Borretschpflanze sind dagegen angenehm zu essen und ergänzen jede Art Salat mit ihrem leicht nussigen Aroma. Man kann sie auch als Tee zubereiten.

Brennessel

Die Brennessel findet ihren Einsatz auch häufig in Tees, kann aber auch wie Spinat und in Salaten genossen werden. Die Pflanze wird zur Blutreinigung und bei rheumatischen Beschwerden angewendet und befindet sich wegen der überlieferten harntreibenden Wirkung auch in Blasen- und Nierentees. Aber auch für andere Pflanzen im Garten wirken sich Brennesseln positiv aus: als Jauche angesetzt ist sie ein idealer Dünger für die meisten anderen Pflanzen und schützt diese vor Krankheiten und Schädlingen. Der Grund dafür ist der hohe Stickstoffanteil. Weiterlesen: Alles rund um Brennesseln

Galgant – Galanga – Thai-Ingwer

Galgant ist nah verwandt mit dem Ingwer. Wo die Chinesen mit Ingwer würzen, tun das die Thailänder mit Galgant. Zudem spielt er eine wichtige Rolle in der indonesischen Küche. Trotz der Ähnlichkeit zu Ingwer variiert der Geschmack. Galgant enthält viel mehr Bitterstoffe und hat auch einen seifigen Beigeschmack. Verwendet wird die Wurzel bei Verdauungsbeschwerden und Magenschmerzen. Galanga ist Bestandteil thailändischer Würzpasten, Currygerichte und ist wichtiger Bestandteil vieler Suppen. Galanga schmeckt gut zu allen möglichen Speisen, von pikant bis zu süß. In Eintöpfen sowie zu Geflügel, Lamm, Fisch und Meeresfrüchten lässt man ihn mitkochen. Dazu schneiden Sie die frische Knolle in dünne Scheiben oder verwenden alternativ das Pulver der getrockneten Wurzel. Oft ist Galgant auch Bestandteil von Schwedenbitter. Auch Hildegard von Bingen empfahl die Einnahme der Wurzel zur Förderung der Verdauung, er ist ein wichtiges Gewürz in der Hildegard-Küche.

Giersch

Das bekannte „Unkraut“ Giersch schmeckt sehr würzig. Der Geschmack liegt irgendwo zwischen Möhre und Petersilie. Verwendet werden die zarten Blätter und die Blütenknospen. Giersch wird meistens frisch verzehrt, zum Beispiel kleingehackt in Kräuterquark oder im Salat. Das Kraut soll zudem entzündungshemmend wirken. Traditionell wurde Giersch bei Gicht verwendet. Die Blätter können zudem als Tee getrocknet werden. Zu den wertvollen Inhaltsstoffen gehört auch das Vitamin C.

Ingwer

Eine alte Heilpflanze, die in China schon seit mehr als 3000 Jahren angewandt wird und als „König der Gewürze“ bekannt. Bei uns ist Ingwer erst seit 1997 im Einsatz. Ingwer ist eine Wurzel und enthält eine Vielzahl an Inhaltsstoffen, darunter viele Mineralstoffe, Vitamin C und ätherische Öle. Für den scharfen Geschmack ist das Gingerol verantwortlich sowie weitere Scharfstoffe. Diese Schärfe bringt Wärme in den Körper. Genau diese Stoffe sind auch verantwortlich für einen Großteil der medizinischen Wirkung, was Viren und Bakterien angeht. Diese Wirkungen machen Ingwer auch zur einer tollen Heilpflanze während der Erkältungszeit. Darüberhinaus soll Ingwer schmerzstillend wirken, ähnlich wie die bekannte Acetylsalicylsäure im Aspirin.

Wichtig für die Zubereitung: Ingwer nicht schälen, da viele der Inhaltsstoffe sich in der Schale befinden. Achten Sie auf biologische Ware. Interessant ist, daß sich einige der Wirkstoffe (vor allem die für den Magen) erst beim Trocknen bilden, während andere dabei verloren gehen. Wenn Sie sich einen Ingwertee aufkochen, verwenden Sie darum idealerweise den frischen und den getrockneten Ingwer gleichermaßen. Zum Aufkochen können Sie die Ingwer-Knolle in schmale Scheiben schneiden oder aber reiben. Beim Reiben achten Sie darauf, den Ingwer sofort weiter zu verarbeiten, zum Beispiel ihn sofort ins Wasser zu geben, damit die ätherischen Öle sich nicht verflüchtigen.

Johanniskraut

Das Johanniskraut wird ebenfalls als Tee zubereitet oder in Kapselform eingenommen. Es wird beruhigend und stimmungsaufhellend, allerdings nur bei regelmässiger Verwendung über längere Zeit. Weiterlesen: Johanniskraut

Karde

In letzter Zeit hört man wieder öfters von der Karde, die allgemein stärkend auf das Immunsystem wirken soll. Ihre Wurzel soll u.a. bei der gefürchteten Borreliose helfen. Für die Anwendung als Tee können Sie die frische oder getrocknete Wurzel aufkochen (ca. 1 TL pro Tasse). Noch wirksamer soll eine Tinktur aus der Wurzel wirken. Dafür legt man die Wurzel einige Wochen in Wodka, Schnaps oder ähnlich Hochprozentiges ein. Anschließen nimmt man 3 x täglich von dieser Tinktur ein. Empfohlen werden dabei Mengen von wenigen Tropfen bis hin zu mehreren Esslöffeln. Sie können das Teekraut, den Extrakt oder die Tinktur auch fertig bestellen: Karde

Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke wächst überall an Wegrändern und im Wald. Das Aroma erinnert sehr an Knoblauch. Manchen schmeckt es sogar besser als das Original. Verwenden können Sie die Blätter vor und während der Blüte sowie die Blüten selbst. Kleingehackt als Pesto, in Kräuterquark, Kräuterbutter und im Salat verzaubert sie durch ihr leckeres Aroma.

Kümmel

Der Kümmel soll sich zur Magenstärkung und als blähungshemmend bewährt haben und ist deswegen traditionell Bestandteil vieler Gerichte. Ob im Quark, zu Kartoffeln oder auch als Tee aufgebrüht ist Kümmel beliebt bei Jung und Alt.

Löwenzahn

Auch beim Löwenzahn schmecken die jungen, zarten Blättchen am besten. Diese sollten Sie idealerweise ernten, bevor die Pflanze blüht. Wem selbst diese Blätter trotzdem noch zu bitter sind, der kann sie vor dem Verzehr einige Stunden in Wasser einlegen. Später im Jahr schmeckt der Löwenzahn sehr bitter. Wenn Sie unbedingt weiter ernten möchten, pflücken Sie immer nur die kleinsten Blätter sowie die Knospen der neuen Blüten. Auch medizinisch kann der Löwenzahn genutzt werden. Auf Grund seiner Bitterstoffe regt er die Verdauung an und wird traditionell bei Völlegefühl und Blähungen angewandet. Auch harntreibend soll er wirken und das ganz ohne die entmineralisierende Wirkung chemischer Mittel. Löwenzahn enthält eine Reihe wertvoller Inhaltsstoffe, so auch Vitamin A und Vitamin C.

Lorbeer

Lorbeer oder Gewürzlorbeer ist ein lange bekanntes Gewürz in der Küche. In Deutschland werden meistens die ganzen Blätter bei deftigen Gerichten mitgekocht oder mitgebraten. In Südeuropa wird auch gerne das Pulver, also das pulverisierte Lorbeerblatt zum Würzen verwendet. Darüberhinaus werden dem Lorbeer sogar Heilwirkungen bei Verdauungsproblemen, Schmerzen, Muskelverspannungen, Gelenkproblemen, Infekten und Diabetes.

Mädesüß

Die Blüten der Heilpflanze Mädesüß wurden, ähnlich wie die Weidenrinde, vor der Erfindung des Aspirin als Tee bei Kopfschmerzen eingesetzt. Sie enthalten entzündungshemmende Stoffe.
Sie können aber auch die leicht süßlichen Blätter verwenden. Früher nahm man diese zum Aromatisieren von Wein und Met. Sie können die Blätter auch pürieren und ein aromatisches Gelee daraus zubereiten. Natürlich können Sie auch die Blüten dafür verwenden. Sie verströmen einen zarten Honig- oder Mandel-Duft. Auch die Wurzeln sind essbar.

Melisse – Zitronenmelisse

Durch den bekannten Klosterfrau Melissengeist hat sich die Melisse in der Pflanzenheilkunde schon lange bekannt gemacht. So soll die Melisse nicht nur beruhigend und schlaffördernd sein, sondern auch krampfstillend und bei nervösen Magen- und Darmbeschwerden helfen. Neben der weißen Melisse ist die Zitronenmelisse als Küchen- und Teekraut bekannt und beliebt. Der leicht zitronige Geschmack, der auch Kindern gefällt, gab diesem Teekraut den Namen Zitronenmelisse. Weiterlesen: alles über die Melisse

Pfefferminze

Es gibt unzählige, verschiedene Arten der Minze, wobei bei uns die Pfefferminze wohl die bekannteste ist. Sie soll eine umfassende Wirkung haben, besonders als belebend und magenstärkend. Auch bei Erkältungen und Schleimhautentzündungen wird die Pfefferminze gerne als Tee genommen. Sie können Pfefferminze inhalieren, als Tee trinken oder in Form von Pfefferminzöl einnehmen. Weiterlesen: alles über die Pfefferminze

Rosmarin

Obwohl der Rosmarin überwiegend als Küchengewürz eingesetzt wird, ist er durchaus auch als Rosmarintee wirksam. Er soll erfrischend, belebend und verdauungsförderung wirken.

Die meisten Köche verwenden Rosmarin zum Würzen von Fleisch verwendet, denn er fördert die Verdauung. In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird das Heilkraut vorwiegend äußerlich angewandt. Als Bäder und als Kräuterkissen soll es bei Kreislaufschwäche und Rheuma helfen.

Salbei

Der Salbei kann sowohl innerlich und als Tee wie auch äußerlich, als Bad oder zum Einreiben angewandt werden. Man sagt dem Salbei eine Wirkung bei Entzündungen des Mundraums, des Rachenraums und bei Magen- und Darmstörungen nach. Weiterlesen: alles über Salbei

Vogelmiere

Die Vogelmiere wächst in vielen Gärten und auch draußen auf Wiesen und am Waldrand. Die schmeckt lecker in Salat, Kräuterquark und Kräuterbutter. Der Geschmack ist leicht seifig, aber angenehm. Vogelmiere enthält wertvolle Inhaltsstoffe, beispielsweise Saponine. Aus diesem Grund kann sie Juckreiz lindern und wird gelegentlich bei Schuppenflechte und Neurodermitis empfohlen.

Weide

Die Weidenrinde ist ein uraltes Heilmittel. Sie wurde traditionell bei Kopfschmerzen, Arthrose, Rückenschmerzen und Rheuma angewendet. Heute wird die Anwendung wieder populärer, da  weniger Nebenwirkungen auftreten als beim Einsatz herkömmlicher Medikamente. Die Borke enthält nämlich entzündungshemmende Stoffe, die denen in Aspirin und ASS ähneln. Die Rinder können Sie beispielsweise als Tee aufbrühen. Die Blätter der Weide setzte man früher als harntreibendes Mittel ein.

Zimt

Der bei Backwaren und Süßspeisen so beliebte Zimt soll gegen Verdauungsbeschwerden helfen. Als ätherisches Öl wird es zur Durchblutungsförderung eingesetzt. Zimt kann auch für Diabetiker interessant sein. Ganz modern wird der Zimt im BPC (Bulletproof Coffee) eingesetzt.

Zwiebelgewächse

Die allseits beliebte Zwiebel soll beispielsweise bei Appetitlosigkeit helfen und die Blutfettwerte senken. Außerdem soll die Zwiebel auch vorbeugend gegen altersbedingte Gefäßerkrankungen helfen, wobei der Knoblauch – ebenfalls ein Zwiebelgewächs, noch wesentlich wirksamer sein soll.

 

Exotische Heilpflanzen

Umckaloabo, das pflanzliche Antibiotikum

Umckaloabo heisst mit deutschem Namen Kapland-Pelargonie (Pelargonium sidoides). Aus der Familie der Pelargonien kennen wir auch die Geranie. Als Alternative oder Ergänzung zu Antibiotika hat sich die afrikanische Heilpflanze in den letzten Jahren auch bei uns einen Namen gemacht. Hauptsächlich wird die Wurzel des Phytotherapeutikums bei akuter Bronchitis eingesetzt, so steht es auf der Packungsbeilage von Umckaloabo.

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    Gabi Laut verschiedener Literatur hat der rote Holunder ebenfalls Heilwirkungen und lässt sich ebenso wie der schwarze Holunder zu Gelee und Säften verarbeiten, jedoch müssten auch... »
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    Ellen ich wüßte gerne, ob der Rote Holunder - dunkelrote Blätter und rosa Blüten ebensolche Heilwirkungen hat, wie der Weiße. »
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    Sheryl Ich hatte vor ein paar Tage schlimme Magenkrämpfe. Das einzige war letztendlich tatsächlich Zitronengrastee mit Milch. Seitdem geht es mir wieder gut :) »
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    Gabi Auf mich hat das Zitronengras eine konzentrationsfördernde Wirkung. Ich mag den Tee, aber zum Lernen verwende ich lieber das ätherische Öl. »
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    Jana Ich trinke täglich grünen Tee. Erstmal morgens zum wach werden und dann nochmal am Nachmittag ein Tässchen. Der grüne Tee ist wesentlich verträglicher als Kaffee... »
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